Kreuzstraße 2-4, 68519 Viernheim info@schachclub-viernheim.de Freitags: Jugend 18:00 - 20:00 und Erwachsene 20:00 - 24:00 in der VHS

    Ein außergewöhnliches Schach-Event: Das Finale der 1. Bundesliga in Viernheim

    Am letzten März-Wochenende trafen in Viernheim die beiden aktuellen Top-Teams beim Finale der 1. Schachbundesliga direkt aufeinander, was gleichzeitig auch den sportlichen Höhepunkt der Saison 2022/2023 darstellte. Der gastgebende Schachclub Viernheim konnte sich dabei überraschend und unerwartet deutlich mit 5,5:2,5 gegen das auch nominell stärkere Team der favorisierten OSG Baden-Baden durchsetzen. Die Südhessen sicherten sich damit zum zweiten Mal in Folge den Titel des deutschen Vizemeisters, während die Baden-Badener als Titelverteidiger und Serienmeister sich aufgrund einer starken und stabilen Leistung in der gesamten Saison völlig verdient über den erneuten Titel des Deutschen Meisters freuen konnten. In der Endtabelle erreichte die OSG Baden-Baden 28:2 Mannschaftspunkte, knapp gefolgt vom Schachclub Viernheim mit 27:3 Punkten.

    Neben einem in dieser Form in Viernheim noch nicht gesehenen Stelldichein von Weltklassespielern wurde dieser Schach-Event in der Albertus-Magnus-Schule mit einer Live-Kommentierung für die Zuschauer vor Ort, einem Live-Stream in die globale online-Welt, und einem aufwändig handgemachten Catering abgerundet. Das parallele Match der jeweiligen Reisepartner gewann der SC Remagen-Sinzig gegen den TSV Schönaich knapp mit 4,5:3,5, während diese beiden Vereine in ihren Wettkämpfen am Sonntag gegen Baden-Baden bzw. Viernheim (jeweils 6,5:1,5) wie erwartet chancenlos waren.

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    Die Spieler des Schachclub Viernheim, Deutscher Vizemeister in der 1. Schach-Bundesliga 2022/2023, zusammen mit Mannschaftsführern und Sponsor (Foto: Christian Hoffmann)

    Das große Schach-Wochenende in Viernheim begann für die Gastgeber bereits am Freitag Abend mit einem zwanglosen Blitzturnier, an dem alle(!) für den Folgetag eingeplanten Profis des Vereins teilnahmen und sich im Rahmen des Spielabends unter die Vereinsmitglieder mischten. Ein ausführlicher Bericht dazu wurde bereits auf dieser Homepage publiziert.

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    Am Vorabend: Amateur blitzt gegen Profi, Dominique Sattel vs. Shakhriyar Mamedyarov (Foto: Stefan Spiegel)

    Am Samstag um 12 Uhr wurden die Spieler-Paarungen veröffentlicht und es war klar, dass die OSG Baden-Baden zwar nicht in absoluter Topbesetzung angetreten war, dank ihres bärenstarken Spielerkaders aber trotzdem das nominell stärkere Team an die Bretter gebracht hatte. Der Erwartungswert (basierend auf den Wertungszahlen der Spieler) für den Schachclub Viernheim lag bei 3,8:4,2, obwohl es dank langfristiger Planung gelungen war, die ersten Sieben der Rangliste zum ersten Mal gleichzeitig einzusetzen. Ein knappes Wettkampfergebnis war damit zu erwarten, wobei Abweichungen um 0,5 oder 1,0 Punkte vom nominellen Erwartungswert in Wettkämpfen nichts Ungewöhnliches sind. Und es war allen Beteiligten klar, dass beide Teams dieses Prestige-trächtige Match unbedingt gewinnen wollten - während der erneute Titel des Deutschen Meisters für die OSG Baden-Baden aufgrund der Tabellensituation aber auch bei einer Niederlage kaum gefährdet war.

    Los ging es dann um 14 Uhr nach kurzen Ansprachen und einem Dank an alle Helfer und Organisatoren, für die es diesmal noch mehr als sonst zu tun gab, da das Viernheimer Bürgerhaus nicht verfügbar war und dieses Bundesliga-Wochenende zum ersten Mal in der Albertus-Magnus-Schule Viernheim (AMS) ausgerichtet wurde. Ein ausdrücklicher Dank ging auch an die AMS für das Überlassen der Räumlichkeiten und die Unterstützung vor Ort.

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    Das Spiellokal: Aula der Albertus-Magnus-Schule Viernheim (Foto: Stefan Spiegel)

    An den vorderen Brettern 1, 2 und 4 passierte nicht viel Spektakuläres und die erfahrenen Großmeister auf beiden Seiten des Brettes neutralisierten sich weitgehend. Somit Remisen in den Partien von Shakhriyar Mamedyarov gegen Levon Aronian, Jan-Krzysztof Duda gegen Maxime Vachier-Lagrave, und Yuriy Kryvoruchko gegen Vincent Keymer.

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    Shakhriyar Mamedyarov (Viernheim) gegen Levon Aronian (Baden-Baden); die eigentlich vorgeschriebene einheitliche Teamkleidung hält allerdings nur einer ein ... (Foto: Stefan Spiegel)

    Parallel dazu zeichnete sich ab, dass Baden-Badens erfahrener Michael Adams (Brett 5, Weiß) gegen Anton Korobov nach seinem Bauernopfer im frühen Mittelspiel ungenau fortgesetzt hatte und auch die Stellung des schwarzen Königs im Zentrum nicht ausgenutzt werden konnte. Ein Qualitätsopfer in der Hoffnung auf Verwicklungen konnte daran nichts ändern und es wurde klar, dass Anton hier mit präziser Technik einen vollen Punkt einfahren würde - was etwas später dann auch geschah.

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    Anton Korobov (rechts) zu Beginn seiner Gewinnpartie gegen Michael Adams (Foto: Stefan Spiegel)

    Viernheims 18-jähriger usbekischer Shooting Star, Nodirbek Abdusattorov, versuchte unterdessen an Brett 3 mit Schwarz gegen Baden-Badens Francisco Vallejo Pons (dessen Mitwirken bei Putins Propagandaturnier in Moskau auch ein Gesprächsthema war ...) in objektiv ausgeglichener Endspielstellung etwas zu erreichen. Zwischenzeitlich gelang sogar ein Bauerngewinn, aber letztendlich wurde die Remisbreite wohl nie überschritten und die Partie endete friedlich. Wesentlich verwickelter war die Partie von David Anton-Guijarro (Brett 6 mit Weiß) gegen Rustam Kasimdzhanov, um kurz nach der Zeitkontrolle dann mit einem Remis durch Dauerschach zu enden. Beim Zwischenstand von 3,5:2,5 für Viernheim und soliden oder besseren Stellungen in den anderen Partien kam somit langsam das Gefühl auf, dass den Südhessen an diesem Tage ein objektiv nicht zu erwartender Sieg bzw. eine kleine Sensation gelingen könnte.

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    Die Schlussphase der Partie Nodirbek Abdusattorov gegen Francisco Vallejo Pons (Foto: Stefan Spiegel)

    Viernheims deutscher Großmeister Dennis Wagner hatte an Brett 8 mit Weiß schon im frühen Mittelspiel einen Bauern gewonnen, den er ohne ausreichende Kompensation für seinen Gegner, Alexander Donchenko (ebenso wie sein Gegenüber ein deutscher Nationalspieler), bis ins Endspiel behaupten und dieses dank guter Technik auch zum vollen Punkt führen konnte. Zwischenstand somit 4,5:2,5 für den Schachclub Viernheim, und es konnte (noch angemessen still und zurückhaltend) gefeiert werden, dass die Südhessen zum ersten Mal den seit vielen Jahren führenden Verein aus Baden-Baden geschlagen hatten.

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    Dennis Wagner kurz vor dem Sieg in seiner Partie gegen Alexander Donchenko (Foto: Stefan Spiegel)

    Den Schlusspunkt setzt dann Viernheims Dr. Bassem Amin (Brett 7, Schwarz) in seinem packenden Duell mit Arkadij Naiditsch. Nach schon bis dahin wechselhaftem Partieverlauf und beiderseitigen Ungenauigkeiten (laut späterer Computeranalyse) hatte sich der Baden-Badener Spieler im Endspiel wieder einen kleinen Vorteil erarbeitet, wobei seine Mehrfigur gegen die schwarze Bauernarmee wohl zu wenig war für einen Sieg. Und in objektiv ausgeglichener Stellung profitierte Bassem dann sogar von einem Einsteller seines Gegners und konnte mit seinem Sieg den Endstand von 5,5:2,5 für den Schachclub Viernheim gegen die OSG Baden-Baden sicherzustellen.

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    Dr. Bassem Amin zu Beginn seiner später dramatischen Gewinnpartie gegen Arkadij Naiditsch (Foto: Stefan Spiegel)

    Der Sieg der Südhessen ist vielleicht 1/2 Punkt zu hoch ausgefallen, aber es gab keine Zweifel, dass die Viernheimer an diesem Tag völlig verdient zum ersten Mal gegen die dominierende deutsche Mannschaft der letzten Jahre gewonnen und die Baden-Badener eine in dieser Höhe historisch zu nennende Niederlage hinnehmen mussten. Für den neutralen Betrachter ist diese neue Spannung in der 1. Schach-Bundesliga aber sicherlich eine erfreuliche Entwicklung, und lässt auf einen noch spannenderen Verlauf der nächsten Saison 2023/2024 hoffen.

    Begleitet wurde das Schach-Event in Viernheim von einer Live-Kommentierung für die Zuschauer vor Ort durch Viernheims GM Ilja Zaragatski und IM Maximilian Meinhardt, die außerdem per Live-Stream in die ganze Welt übertragen wurde. Und auch das exquisite und handgemachte Catering für Spieler, Schiedsrichter, Betreuer und Zuschauer soll auf keinen Fall unerwähnt bleiben!

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    Die beiden Spitzenspieler Levon Aronian und Shakhriyar Mamedyarov im Gespräch mit Ilja Zaragatski, rechts vorübergehend im Publikum Maximilian Meinhardt (Foto: Stefan Spiegel)

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    Eine kleine Impression des umfassenden und selbstgemachten Caterings (Foto: Stefan Spiegel)

    Nach dem ereignisreichen Samstag galt es für beide Spitzenteams am Sonntag nun auch ihre Pflichtaufgaben zu erledigen, nachdem sich im Duell der beiden Reisepartner am Samstag der SC Remagen-Sinzig knapp mit 4,5:3,5 gegen den TSV Schönaich durchsetzen konnte. Dies gelang beiden Vereinen erwartet deutlich mit einem 6,5:1,5 für Viernheim gegen Schönaich und ebenso 6,5:1,5 für Baden-Baden gegen Remagen-Sinzig.

    Die OSG Baden-Baden sicherte sich mit diesem abschließenden Sieg und 28:2 Mannschaftspunkten in der 1. Schach-Bundesliga 2022/2023 erneut den Titel des Deutschen Meisters, und das völlig verdient angesichts einer überzeugenden und stabilen Leistung während der gesamten Saison. Der Schachclub Viernheim konnte sich dagegen neben dem erstmaligen Sieg gegen Baden-Baden darüber freuen, mit 27:3 Mannschaftspunkten erneut die deutsche Vizemeisterschaft errungen zu haben. Den dritten Platz konnten sich die Schachfreunde Deizisau sichern, die ebenso wie die OSG Baden-Baden mit dem Sponsoren-Logo der Grenke AG antreten.

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    Der alte und neue Deutsche Meister, die OSG Baden-Baden ... (Foto: Stefan Spiegel)

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    ... und der erneute deutsche Vizemeister Schachclub Viernheim, einige der Spieler mussten leider schon vorher abreisen (Foto: Stefan Spiegel)

    Der Schachclub Viernheim dankte seinerseits der Frankfurter Unternehmensberatung d-fine, deren Repräsentanten nicht nur bei diesem Finale vor Ort waren, für die langjährige und zuverlässige Unterstützung, sowie den privaten Spendern, die ebenfalls einen erheblichen Beitrag zum Bundesliga-Budget des Vereins beitragen. Ebenso ging ein großer Dank an die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer des Vereins, ohne deren Hilfe sowohl die Veranstaltung eines solchen Events als auch die Durchführung der gesamten Saison inklusive zahlreicher begleitender Aktivitäten nicht möglich wäre.

    Stefan Spiegel

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    Di, 18-20 Uhr Trainingsabend
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    Fr, 19-20 Uhr Jugend Gruppe 2
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