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    Dennis und Dinara triumphieren bei den German Masters!

    Dennis Wagner und Dinara Wagner haben zum Ende der German Masters sich und uns ein wunderbares Weihnachtsgeschenk gemacht: einen Viernheimer Doppelsieg bei den Turnieren der stärksten deutschen Schachspielerinnen und Schachspieler. Dinara dominierte die Konkurrenz der Frauen mit 7,5 Punkten aus 9 Partien. Dennis reichten 6,5/9, um das offene Turnier zu gewinnen. 

    Beide Wagners haben mit ihren Erfolgen nominelle Meilensteine hinter sich gelassen. Dennis, bisheriger Elo-Rekord 2599, wird in der Januar-Elo-Liste erstmals über 2600 stehen. Als einziger der ehemaligen Schachprinzen, der nicht auf eine Profilaufbahn gesetzt hat, sitzt er seinen einstigen Co-Prinzen Svane, Donchenko und Matthias Blübaum im Nacken. Während des Masters hat Dennis schon gesagt, dass er das Ziel Nationalmannschaft noch nicht abgeschrieben hat. Nominell ist er jetzt nahe dran.

    Dinara führt jetzt die deutsche Live-Elo-Liste an. Wenn nicht andere Auswertungen (zweite Bundesliga) noch den Stand verändern, wird sie in der “offiziellen” Januar-Elo-Liste die neue deutsche Nummer eins sein. Das wäre historisch. Seit Januar 2006 führt Elisabeth Pähtz ununterbrochen die Liste an, teils mit mehr als 100 Punkten Abstand vor der Zweitplatzierten. Dinara ist schon vor Monaten nach DWZ vorbeigezogen. Während der Europameisterschaft hatte sie erstmals für zwei Tage die Führung in der Elo-Live-Liste übernommen.

    Abschlusstabelle Masters der Frauen. | via DSB
    Abschlusstabelle Masters. | via DSB

    Nach dem Turnier hat DSB-Mitarbeiter Paul Meyer-Dunker mit den Wagners über ihren Doppelerfolg gesprochen:

    Dinara, Dennis, Ihr habt zu Beginn darüber gescherzt. Aber habt Ihr wirklich geglaubt, dass Ihr beide das Masters gewinnt?

    Dinara: Nein, ich finde es immer noch unglaublich. Ein Traum, der wahr geworden ist.

    Dennis: Natürlich gab es zu Beginn diesen Gedanken, wie großartig das wäre, wenn wir am Ende beide oben stehen, aber dass es jetzt wirklich so gekommen ist – ich bin sprachlos.

    Welche Bedeutung hatte es, dass Ihr zu zweit hier wart?

    Dinara: Wir haben einander unterstützt. Unabhängig voneinander haben wir beide starke Nerven, das ist im Schach eine wichtige Qualität.

    Dennis: Wir sind beide eine emotionale Stütze für den anderen, geben einander psychologische Tipps für die Partie. Solche Hilfe ist nicht zu unterschätzen. Aber es lief auch einfach gut für uns beide.

    Eure Turniere verliefen unterschiedlich. Dinara war über neun Runden nicht einmal in Gefahr zu verlieren. Bei dir, Dennis, war das ein bisschen anders.

    Dennis: Stimmt. Dinaras Vorstellung war um einiges dominanter als meine. 7,5 Punkte aus 9 Partien, das ist schon ein Top-Ergebnis. Ich habe ein gutes Turnier gespielt – und zweimal das Glück auf meiner Seite gehabt, siehe die erste Runde gegen Frederik, als er in Zeitnot eine Figur einstellt. Das hat mir einen guten Start ermöglicht. Dann die achte Runde gegen Christopher, in der ich eigentlich hätte verlieren müssen, aber den ganzen Punkt bekommen habe. Das sind halt diese Glücksmomente, die du brauchst, um so ein Turnier zu gewinnen.

    Dinara, hast du während der achten Runde mitbekommen, wie schlecht Dennis steht?

    Dinara: Gar nicht, ich war auf meine Partie konzentriert. Nach der Zeitkontrolle habe ich gesehen, dass die Könige in der Mitte auf weißen Feldern standen, also hatte Weiß gewonnen, und ich war glücklich.

    Wer so stark ist wie Ihr, der muss viel an seinem Schach arbeiten. Wie läuft das im Hause Wagner? Trainiert Ihr zusammen?

    Dennis: Zum Beispiel auf Dinaras Grand Prix haben wir uns gemeinsam vorbereitet. Bei solchen Gelegenheiten schauen wir gemeinsam Eröffnungen an, spielen Trainingspartien, lösen Aufgaben. Der Alltag besteht eher darin, dass wir unabhängig voneinander aktuelle Partien verfolgen, um auf dem Laufenden zu sein. Wenn wir dann interessante Eröffnungsideen sehen oder taktische Motive, zeigen wir das einander. Da ich in Vollzeit arbeite, ist das speziell für mich hilfreich. Ich bekomme dank Dinara alles mit.

    Trainingspartien?

    Dinara: Ja, wenn wir eine Eröffnung trainieren möchten, spielen wir dazu Trainingspartien.

    Und je nach Ergebnis hängt der Haussegen schief?

    Dennis: Nein, das sehen wir locker. Es soll ja Training sein.

    Dennis, du hast es schon angedeutet, die Bedingungen sind ungleich. Du arbeitest, Dinara ist Schachprofi und viel unterwegs. Wie geht Ihr damit um?

    Dinara: Vor allem sind wir froh, wenn wir beide gleichzeitig zu Hause sind und es uns gemütlich machen können.

    Dennis: Wir freuen uns auch, wenn wir gemeinsam Turniere können so wie jetzt Grand Swiss und German Masters. So etwas gemeinsam zu erleben, anstatt für viele Tage getrennt zu sein, war eine tolle Gelegenheit. Aber das geht nicht immer, ich habe für Schach nicht so viel Zeit wie Dinara. Und muss dann auch mal von zu Hause aus zuschauen, wenn Dinara spielt – und mitfiebern. Nervlich ist es wahrscheinlich noch anstrengender, aus der Ferne mit Dinara zu fühlen, als selbst zu spielen oder es aus der Nähe zu erleben. Wenn Dinara im Wettbewerb steht, und ich bin nicht dabei, macht mich das sehr nervös.

    Wessen Sieg hat euch glücklicher gemacht? Der eigene oder der des Partners bzw. der Partnerin?

    Dennis: Das ist bei mir ähnlich. Dinaras Erfolg ist mir wichtiger als der eigene. Wenn ich sehe, bei ihr läuft es, sie steht gut, gibt mir das unheimlich viel Energie.

    Dinara stand in Rosenheim über den Dingen. | Foto: Johannes Pfadenhauer/Bayerischer Schachbund

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