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Endspiel-Seminar mit Jörg Wegerle: Meisterliche Tipps für die Praxis

Geschrieben von Stefan Sp. am .

(von Hans-Peter Röttig)

Auf große Resonanz stieß das erste Endspiel-Seminar von IM Jörg Wegerle am vergangenen Samstag. 25 Teilnehmer aus der gesamten Region verfolgten im Seminarraum 3 aufmerksam Jörgs Erläuterungen an Demobrett und Beamer.

Seminar 2019 Wegerle

Für den spektakulären Einstieg diente die in Wijk aan Zee am Vortag gespielte Partie Giri – Shankland. Der US-Champion gab frustriert in vermeintlich aussichtsloser Stellung auf. Sein Frust dürfte aber danach noch viel größer gewesen sein, denn die Stellung war Remis!

Jörg Wegerle demonstrierte eindrucksvoll die Entwicklung dieser Partie im letzten Stadium (s. Bild). Seine beiden Botschaften bildeten dabei den roten Faden des gesamten Seminars: Selbst für Weltklasse-Spieler sind Endspiele häufig schwer zu beurteilen und man sollte niemals zu schnell aufgeben!

Am Beispiel von Turm-/Leichtfigurenendspielen mit Remistendenz trotz Bauernvorteil sollte die überlegene Seite alle möglichen Gewinnversuche unternehmen, den Gegner im Carlsen-Stil müde spielen und schließlich den Punch setzen, sobald der Gegner für einen Moment die Deckung vernachlässigt. Hilfreich dabei sind "Wünsch dir was"-Simulationen, Abwartezüge und natürlich taktische Tricks.

Lehrreich aus Sicht des Verteidigers waren die Beispiele zu falscher Aktivität. Manchmal ist eben "Ich mach' nix" die bessere Wahl. Im Turmendspiel den König auf der Grundreihe "auf die kurze Seite" spielen und Pattmotive können überraschende Rettung bringen – wie in Giri-Shankland.

Jörg Wegerle räumte auch goldene Regeln ab, wie z.B. "Türme gehören immer hinter die Bauern" oder "ungleiche Läufer sind Remis". Wenn es so einfach wäre, würde es wohl nicht so viele Fehler in Endspielen geben.

Wir freuen uns schon auf den zweiten Teil am 30. März, bei dem es um komplexere Endspiele geht. Danach gibt's für die Teilnehmer eine Zusammenfassung beider Seminare