• So sehen Sieger aus
    So sehen Sieger aus

    Die Gewinner beim Simultan der Uni Mannheim: Thomas Kapfer (hellrotes Hemd, SC Waldbronn), Annmarie Mütsch (SC Viernheim), IM Christian Mann (SC Eppingen, 2.vr). Die Gratulanten sind IM Maximilian Meinhardt, GM Sebastien Mazé und  Markus von Rothkirch (d-fine) (vlnr)

Manche mögen's heiß

Geschrieben von Detlev am .

Schach-Open und Klimadebatte in Kiel

Aller Elan, mit dem wir Viernheimer Schachspieler zum Open in Kiel aufgebrochen waren, zerschelte an der Wand von Hitze und stickiger Luft, die wir im Spiellokal vorfanden. Nahezu 100 Menschen in einem engen Raum mit großer Fensterfront, auf die vormittags die Sonne strahlte, und fensterlosen Wänden auf der anderen Seite, so dass ein Durchlüften nicht möglich war, ohne Klimaanlage versteht sich. Zwei von den Veranstaltern geliehe Klimageräte versahen lautstark ihre lächerliche Arbeit und gaben dem Treibhausambiente eine brummige Note, die olfaktorisch durch den Fettgeruch aus der naheliegenden Küche abgerundet wurde.

Schnell wurde also aus einem Schachevent eine Klimadebatte mit den unterschiedlichsten Fraktionen: Die Falken stellten sich der Herausforderung und nahmen die Bedingungen, wie sie waren (Preis: Eine neunrundige Qual), die Chicken verweigerten sich (Preis: Kein Schach) und es gab Hybridspieler, die nur einen Teil des Turniers spielten. Über allen thronten die Veranstalter, die ein Kernteam von zwei wettergereiften Nordländern aufboten, an denen die Wetterkapriolen abprallten ("Ist halt so, kannste nix machen..." oder "Heute geht's doch eigentlich"). Die saßen in einem Durchgangsraum mit Luftbewegungen und Ventilator und versahen mit norddeutsch verlangsamtem Stoizismus ihren Das-war-schon-immer-so-Dienst. Impulse wie z.b. vor der Runde früher erscheinen um ordentlich durchlüften zu können, vielleicht mit Unterstützung von Ventilatoren, zusätzliche Fenster öffnen (das machten die Teilnehmer von der Fraktion der Falken) oder die Sitzanordnung im Spielsaal den Klimabedingungen anpassen, konnten von ihnen nicht ausgehen. Hinten im Spielsaal mit Luftstau waren viele, vor allem die vorderen Bretter und die Teilnehmer saßen zumeist Ellenbogen an Ellenbogen, in der luftigen Ecke vorne die zwei hinteren Bretter des Turniers mit besseren Bedingungen.

Sigurds Lanka als Mitfavorit schaltete ob der Bedingungen auf "automatisches Denken", sein schweissnasser Oberkörper und die Qualität seines Spiels, vor allem sein niveauloses Spiel in Runde 4 zeigten aber Spuren von Kolateralschäden. Am Ende gelang ihm aber eine Glanzpartie gegen IM Rocha, die an dieser Stelle noch gewürdigt werden soll, und ein erfreulicher Zweiter Platz nach Wertung in einer Gruppe von vier punktgleichen Spielern mit 7 Punkten. Gewinner wie im Vorjahr IM Krause, die Plätze 3 und 4 belegten die chinesischen GM Wan und Zen (keine Scherz!).

Nicht nur Sigurds hatte von den Trainings profitiert, die wir in den angenehm temperierten Jugendstilräumen eines Freundes abhielten, auch Holger, der härteste aller Falken (spielte an einem Tag nach 2 Stunden Training das 3 1/2 stündige Blitzturnier und eine Turnierpartie), fand am Ende des Turniers zu guter Form. In der Partie gegen Salwasser hielt er in der Diagrammstellung mit 14...Se5 15.Dd4 Tc8 16.c3 Le7 17.Sf4 Lb3 den Vorteil fest und gewann eine überlegen geführte Partie gegen seinen höher dotierten Gegner.


Salwasser - Witt; Stellung nach 14.a3

Hans-Peter stieg schon nach Runde 1, Herbert nach Runde 6 aus dem Turnier aus, waren aber beim Training mit Begeisterung dabei. Ich selbst vertrat die Hybrid-Fraktion, konnte aber mit dem Turnier nie so recht warm werden.

Wie auch immer wir die Tage verbrachten, am Ende waren wir stets ein paar Stunden am Wasser. Im Promenadentreiben an der Förde, den Sonne badenden, flanierenden oder Wassersport treibenden Menschen, bei leichtem Wind, mit Blick auf das Wasser und einem Fischbrötchen in der Hand, da herrschte Wohlfühlklima...

 

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Verstanden!