• Start in die neue Saison
    Start in die neue Saison

    Am 09.09.2022 beginnt die neue Saison mit einem freien Blitzturnier (3+2) um 20:30 Uhr.

Der Weg des Schachclub Viernheim zur deutschen Vizemeisterschaft 2021/2022

Geschrieben von Stefan Sp. am .

Die Saison 2021/2022 der 1. Schach-Bundesliga wurde Corona-bedingt verspätet gestartet und auch zeitlich stark komprimiert durchgeführt innerhalb von nur 5 Monaten, wodurch sich für alle Beteiligten erhebliche zusätzliche Belastungen ergeben haben. Umso mehr freut sich der Schachclub Viernheim darüber, mit Abschluss dieser Saison zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte den Titel des deutschen Vizemeister tragen zu dürfen.

Verdienter Deutscher Meister wurde mit der OSG Baden-Baden erneut der Titelverteidiger und Serienmeister, aber die Südhessen konnten dem klaren Favoriten ein spannendes Rennen liefern, das erst auf der Schlussgeraden entschieden wurde. In dem nachfolgenden Bericht soll nun auf eine ereignisreiche Saison zurückgeblickt werden, mit Schwerpunkt auf die zentrale Endrunde in Bremen.

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Siegerehrung im Bremer Weserstadion (Foto: Paul Meyer-Dunker)

1 - Die weiße Weste

Die Saison begann für den Schachclub Viernheim mit einem Heimwochenende am 5.-6.3. und wurde überschattet von dem knapp zwei Wochen zuvor begonnenen Angriffskrieg von Putins Russland auf die Ukraine. Die Gedanken aller Beteiligten waren bei den Mannschaftsmitgliedern in der Ukraine, und die Wettkämpfe wurden begleitet von Live-Interviews mit Spielern in Lemberg und Kiew, sowie dem Verlesen einer mehrsprachigen Resolution gegen den Krieg. Trotz dieser schwierigen Randbedingungen wurde es ein sportlich erfolgreiches Wochenende für die Südhessen mit einem glatten 7:1-Sieg gegen das nominell deutlich schwächere Team BCA Augsburg und einem ebenfalls sicheren Sieg mit 5,5:2,5 gegen das nominell nur etwas schwächere Team USV TU Dresden.

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Live-Videointerview mit Spielern in Lemberg (Foto: Schachclub Viernheim)

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Ein Blick in den Spielsaal im Bürgerhaus Viernheim (Foto. Schachclub Viernheim)

Der Originalbericht zu Runde 1&2 ist hier zu finden: https://www.schachclub-viernheim.de/1388-schachliche-erfolge-und-ukraine-unterstuetzung

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Die nächste Doppelrunde fand am 9.-10.4. in München statt und wurde vom dortigen Schachclub 1836 ausgerichtet. Zum Auftakt gelang die Revanche für die frühere Niederlage mit einem souveränen 5,5:2,5-Sieg gegen das starke Team von Bayern München. In dieser Runde wurde zum ersten Mal in der Saison Viernheims Spitzenspieler, Shakhriyar Mamedyarov eingesetzt, und auch der zuletzt noch in Lemberg befindliche Yuriy Kryvoruchko konnte dank verschiedener Bemühungen des Vereins trotz des Krieges nach München kommen und sein Team unterstützen.

In der Runde am Sonntag folgte dann ein ebenso überzeugender Sieg mit 6:2 gegen die Gastgeber, den Münchener Schachverein 1836. Und mit diesen Erfolgen fand sich der bis dahin ungeschlagene Schachclub Viernheim etwas überraschend und dank der guten Brettpunkte auf einmal sogar an der Tabellenspitze der 1. Schach-Bundesliga.

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Das Team feiert ein erfolgreiches Wochenende in München (Foto: Schachclub Viernheim)

Der Originalbericht zu Runde 3&4 ist hier zu finden:https://www.schachclub-viernheim.de/1400-tabellenfuehrer-der-bundesliga

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Drei Wochen später ging es schon weiter am 30.4.-1.5. in Solingen, und es sollten die ersten engen Wettkämpfe für die Südhessen werden. Zur großen Freude der Viernheimer konnten trotz des andauernden Krieges in der Ukraine sogar drei ihrer Spieler unter ukrainischer Flagge an die Bretter gehen. Gegen den Hamburger SK war der Schachclub Viernheim im ersten Wettkampf des Wochenendes zwar leicht favorisiert, musste beim Zwischenstand von 4:1 aber gleich drei schlechter stehende Endspiele verteidigen. In Zweien dieser Partien gelang dies auch, so dass am Ende nach spannendem Verlauf ein 5:3-Erfolg verbucht werden konnte.

Noch spannender wurde es am Sonntag gegen das Team von SK Doppelbauer Turm Kiel, mit einer ganzen Reihe an Figurenopfer, taktischen Fehlern, aber auch überzeugenden Siegen auf beiden Seiten. Am Ende konnten sich die Südhessen über ein knappes aber nicht unverdientes 4,5:3,5 freuen, wobei ein Unentschieden oder sogar Verlust des Wettkampfes phasenweise auch denkbar gewesen wären.

Nach dieser ersten Bewährungsprobe standen für den Schachclub Viernheim somit 12:0 Punkte zu Buche und damit weiterhin die Tabellenführung, knapp nach Brettpunkten vor dem ebenfalls weiterhin ungeschlagenen Team des deutschen Serienmeisters OSG Baden-Baden.

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Sonntag Morgen vor dem Hotel in Solingen (Foto: Schachclub Viernheim)

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Die Kapitäne von Viernheim, Kiel, Hamburg und Solingen im Gespräch (Foto: Schachclub Viernheim)

Der Originalbericht zu Runde 5&6 ist hier zu finden: https://www.schachclub-viernheim.de/1407-enge-wettkaempfe-in-solingen

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Nur zwei Wochen später war der Schachclub Viernheim dann erneut Ausrichter einer Heimrunde und empfing am 14.-15.5. die Teams von SF Berlin und SK König Tegel. Die Südhessen waren in beiden Wettkämpfen das nominell stärkere Team und konnte sich dann auch in beiden Wettkämpfen mi jeweils 6,5:1,5 durchsetzen. Damit war neben der weißen Weste auch die Tabellenführung weiter gesichert, unverändert verfolgt von der ebenfalls weiterhin ungeschlagenen OSG Baden-Baden mit nur geringfügig weniger Brettpunkten.

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Ein weiteres erfolgreiches Wochenende konnte beim abschließenden Abendessen in Viernheim gefeiert werden (Foto: Schachclub Viernheim)

Der Originalbericht zu Runde 7&8 ist hier zu finden:https://www.schachclub-viernheim.de/1413-schachclub-viernheim-weiter-tabellefuehrer-der-1-schachbundesliga

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Und wiederum nur zwei Wochen später ging es am 28.-29.5. zur letzten regulären Doppelrunde zufällig auch schon nach Bremen, wo später dann ebenfalls die zentrale Endrunde stattfinden sollte. Zunächst standen aber die Wettkämpfe gegen das Team von SV Mühlheim Nord und gegen den Ausrichter Werder Bremen an. Gegen die Mülheimer gelang den nominell favorisierten Südhessen dabei ein glatter und unerwartet souveräner Sieg mit 6,5:1,5.

Am Sonntag folgte dann das Match gegen das starke Team von Werder Bremen, wobei bemerkenswerterweise trotz des leider immer noch andauernden russischen Angriffskrieges in der Ukraine auf beiden Seiten jeweils drei ukrainische Spieler antreten konnten. Sportlich war es ein knapper Wettkampf, bei dem sich die Südhessen am Ende mit 4,5:3,5 knapp aber insgesamt nicht unverdient durchsetzen konnten. Damit war der Schachclub Viernheim weiterhin Tabellenführer der 1. Schach-Bundesliga, knapp vor dem ebenfalls verlustpunktfreien Team der OSG Baden-Baden. Die Entscheidung über den Titel der Saison 2021/2022 sollten somit erst bei den direkten Wettkämpfen der Spitzenteams im Rahmen der zentralen Endrunde fallen.

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Das halbrunde Wettkampfareal im VIP-Bereich des Bremer Weserstadions (Foto: Schachclub Viernheim)

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Abschluss eines erneut erfolgreichen Wochenendes (Foto: Schachclub Viernheim)

Der Originalbericht zu Runde 9&10 ist hier zu finden: https://www.schachclub-viernheim.de/1419-mit-weisser-weste-zur-endrunde-der-1-schach-bundesliga

2 - Auftaktsiege im Weserstadion

Die Vereine der 1. Schach-Bundesliga reisten vom 7.-10.7. nach Bremen, um dort die zentrale Endrunde der Saison 2021/2022 auszutragen. Ausrichter war das Team von Werder Bremen, die relativ kurzfristig für einen anderen Ausrichter einspringen mussten und innerhalb von nur wenigen Monaten die komplette Veranstaltung im dortigen Weserstadion planen, finanzieren, vorbereiten, bewerben und durchführen mussten. In diesem Zusammenhang ist neben großem Respekt auch ein großes Dankeschön an Oliver Höpfner und sein engagiertes Team angebracht, denen all dies trotz der schwierigen Randbedingungen in beeindruckender Weise gelang.

Das sympathische aber in der 1. Schach-Bundesliga doch sehr geforderte Team des Aachener SV war für den Schachclub Viernheim am Donnerstag in Runde 11 der Saison ein perfekter Auftaktgegner für die 5 Wettkämpfe der Endrunde, die inklusive einer Doppelrunde an nur vier Tagen ausgetragen wurde. Die Südhessen gingen als Favorit in diesen Wettkampf und erreichten am Ende ein standesgemäßes 6,5:1,5, wobei lediglich Ilja Zaragatski eine etwas überraschende Niederlage verkraften musste. Die vollen Punkte holten Yuriy Kryvoruchko am Spitzenbrett sowie Anton Korobov, Sergey Fedorchuk, Dennis Wagner, Thal Abergel, und Annmarie Mütsch. Das einzige Remis des Wettkampfes steuerte Arik Braun bei.

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Mannschaftsführer Stefan Martin beobachtet den Beginn des Wettkampfes gegen Aachen (Foto: Schachclub Viernheim)

Am Freitag ging es in Runde 12 dann gegen das Team des Düsseldorf SK, und auf Seiten der Viernheimer kam zum ersten Mal deren Spitzenbrett Shakhriyar Mamedyarov zum Einsatz, der direkt einen schönen Schwarzsieg im Endspiel feiern konnte. Auch unabhängig davon waren die Südhessen in diesem Wettkampf favorisiert, trotzdem war es etwas überraschend, dass am Ende tatsächlich alle acht Partien gewonnen werden konnten - also ein glattes 8:0 (das in der 1. Schach-Bundesliga relativ selten vorkommt) und damit neben der verteidigten Tabellenführung auch ein motivierender Ausgangspunkt für die schwierige Doppelrunde am Folgetag. Zu diesem Erfolg mit ihren Gewinnpartien beigetragen haben Anton Korobov, David Anton-Guijarro, Bassem Amin, Arik Braun, Sebastien Maze, Ilja Zaragatski und Thal Abergel.

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Gemeinsames Abendessen von Spielern und Betreuern nach dem Kantersieg gegen Düsseldorf (Foto: Schachclub Viernheim)

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Um dieses Motiv kommt kein Besucher der Stadt Bremen herum ... (Foto: Schachclub Viernheim)

3 - Bewährungsprobe bestanden

Runde 13 am Samstag Vormittag brachte die erste Vorentscheidung und sportliche Bewährungsprobe mit dem Wettkampf des Schachclub Viernheim gegen das starke Team der SG Solingen, die auf Tabellenplatz 3 liegend ebenfalls noch zum Kreis der Titelfavoriten gehörten. Dessen ungeachtet waren die Südhessen auch in diesem Wettkampf das stärker angetretene und damit zumindest nominell favorisierte Team. Und dank einer konzentrierten Leistung aller Spieler gelang es, den Wettkampf ohne Verlustpartie mit 5:3 zu gewinnen. Neben Shakhriyar Mamedyarov am Spitzenbretten remisierten auch Yuriy Kryvoruchko, Anton Korobov, Bassem Amin, Sergey Fedorchuk und Dennis Wagner, während die beiden vollen Punkte beigetragen wurden von David Anton-Guijarro und Ilja Zaragatski. Und damit war alles bereit für das alles entscheidende Duell am späteren Nachmittag ...

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Schach und Fußball kommen sich näher im Bremer Weserstadion (Foto: Schachclub Viernheim)

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Mittagspause im benachbarten Restaurant für Betreuer und einige Spieler; andere waren bereits in die Vorbereitung für die nächste Runde vertieft (Foto: Schachclub Viernheim)

4 - Das entscheidende Duell

Am späten Samstag Nachmittag begann mit Runde 14 der sportliche Höhepunkt der Saison 2021/2022 der 1. Schach-Bundesliga mit dem Wettkampf der beiden bis dahin verlustpunktfreien Teams. Während diese Situation für die OSG Baden-Baden als Serienmeister und Titelverteidiger nicht völlig neu war, hatte der Schachclub Viernheim bis dahin die bisher beste Bundesliga-Saison seiner Vereinsgeschichte gespielt und hatte dank der besseren Brettpunkte sogar die minimal bessere Ausgangsposition, da für einen Titelgewinn vermutlich ein 4.4 ausgereicht hätte (wenn dann beide Teams in Runde 15 ihre abschließenden Wettkämpfe gewinnen würden). Zunächst musste aber das Gipfeltreffen bestritten werden, und zum ebenfalls ersten Mal in dieser Saison waren die Südhessen das nominell schwächere Team als die favorisierten Baden-Badener, die extra für das Finale der Saison einige Spieler aus ihrem hochkarätigen Kader erstmalig zum Einsatz brachten.

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Weltklasse am Spitzenbrett: Shakhriyar Mamedyarov gegen Fabiano Caruana (Foto: Schachclub Viernheim)

Der Wettkampf begann aus Viernheimer Sicht durchaus vielversprechend, wobei Shakhriyar Mamedyarov gegen Fabiano Caruana im Duell der Weltklassespieler ebenso sich remisierte wie Anton Korobov an Brett 3 gegen Maxime Vachier-Lagrave, Sergey Fedorchuk (6) gegen Radoslaw Wojtaszek und Arik Braun (7) gegen Rustam Kasimdzhanov. Bei Bassem Amin an Brett 5 wäre gegen Alexei Shirov eine vorteilhafte Stellung möglich gewesen, wenn er nach der riskanten Eröffnungswahl seines Gegners das angebotene Bauernopfer nicht(!) angenommen hätte. Das war in der Computeranalyse aber leichter zu sehen als für die Spieler am Brett, und auch diese Partie endete bald im Remis. Zwischenstand also 2,5:2,5. Dennis Wagner hatte sich an Brett 8 einen Vorteil gegen Arkadij Naiditsch erarbeitet, während Yuriy Kryvoruchko an Brett 2 gegen Richard Rapport nur geringfügig schlechter stand, ebenso wie David Anton-Guijarro an Brett 4 gegen Francisco Vallejo-Pons. Mindestens ein 4:4 war zu diesem Zeitpunkt für die Südhessen durchaus realistisch, allerdings mussten alle Spieler noch die Zeitnotphase und auch die hohe Belastung durch diese besondere Wettkampfsituation überstehen.

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Dennis Wagner gegen Arkadij Naiditsch zu Beginn ihrer später hochdramatischen Partie (Foto: Schachclub Viernheim)

Und seitens der Viernheimer musste nach einer nervenaufreibenden Schlussphase des Wettkampfes anerkannt werden, dass sich die Routine und Spielstärke der Baden-Badener Vertretung an diesem Tag doch noch durchsetzen konnte: Dennis übersah in komplizierter Stellung eine Remiswendung und musste in die Punkteteilung einwilligen, David konnte die objektiv wohl noch nicht verlorene aber schwer zu verteidigende Stellung nicht halten, und auch Yuriy musste sich nach langem Kampf in einem Turmendspiel geschlagen geben, das zumindest zwischenzeitlich noch in der Remisbreite war. Der Endstand war damit ein 5:3 für die OSG Baden-Baden und damit faktisch der erneute deutsche Meistertitel, auch wenn am Sonntag noch eine Runde zu spielen war. Und ebenso war damit für den Schachclub Viernheim aufgrund des Vorsprungs auf die SG Solingen zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte der Titel des deutschen Vizemeisters sichergestellt.

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Beim späten Abendessen mit Spielern und Betreuern geht die vorübergehende Enttäuschung über die verpasste Chance langsam in Freude über eine herausragende Saison über ... (Foto: Schachclub Viernheim)

 5 - Nachspiel

Für die abschließende Runde 15 der Saison 2021/2022 war am Sonntag für den Schachclub Viernheim noch der Wettkampf gegen die Schachfreunde Deizisau angesetzt. Nach den Ergebnissen des Vortages ging es für die Deizisauer noch darum den 4. Tabellenplatz abzusichern, während es für die Südhessen nur noch um ein sportlich versöhnliches Ende ging, da die ersten drei Tabellenplätze für Baden-Baden, Viernheim und Solingen bereits feststanden. Beide Teams waren annähernd gleich stark aufgestellt, und es entwickelte sich auch ein ausgeglichener Wettkampf. Neben Remisen von Shakhriyar Mamedyarov am Spitzenbrett sowie Yuriy Kryvoruchko und David Anton-Guijarro konnten Bassem Amin und auch Sergey Fedorchuk ihre Partien gewinnen, während Anton Korobov und Sebastien Maze leider Niederlagen quittieren mussten. Beim Stand von 3,5:3,5 sollt es dann Arik Braun vorbehalten bleiben, in einer umsichtigen Verteidigungsschlacht und mit der mit Abstand längsten Partie des Tages (mehr als 150 Züge!) den Schlusspunkt unter die gesamte Saison zu setzen. Letztendlich endete auch diese Partie mit einem Remis und damit einem Endstand von 4:4 zwischen Viernheim und Deizisau, wonach die Siegerehrung vor dem grünen Rasen des Weserstadions beginnen konnte.

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Der verdiente Titelverteidiger und deutsche Serienmeister OSG Baden-Baden ... (Foto: Schachclub Viernheim)

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... sowie der Schachclub Viernheim als neuer deutscher Vizemeister (Foto: Schachclub Viernheim)

 6 - Rückblick

Die Saison 2021/2022 der 1. Schach-Bundesliga als höchster deutscher Spielklasse begann erst sehr spät im März 2022 nachdem die Mehrheit der Vereine und Funktionäre einen früheren Start aufgrund von Corona-Befürchtungen für nicht machbar hielt. Nicht zu erwarten für alle Beteiligten war, dass die aufgrund der gedrängten Termine auch so schon sehr schwierig zu planende Saison zusätzlich durch den Angriffskrieg von Putins Russland auf die Ukraine beeinträchtigt werden sollte. Neben der Sorge um die eigenen ukrainischen Spieler bei vielen Vereinen führte dies auch zu dem Ausfall einiger Leistungsträger, und schwierigen Fragen bezüglich der Einsatzmöglichkeiten russischer Spieler, die sich nicht alle zu eindeutigen Aussagen gegen den Krieg in der Lage gesehen haben.

Begleitend dazu kam noch die lange unklare Situation bezüglich des ursprünglich geplanten Ausrichters einer zentralen Endrunde, und die Notwendigkeit für die dankenswerterweise kurzfristig eingesprungenen Bremer Schachfreunde um Oliver Höpfner, in äußerst kurzer Zeit und ohne den sonst üblichen Vorlauf eine solche Mammutveranstaltung zu planen, zu finanzieren, zu bewerben, und durchzuführen.

Es ist unter diesen Umständen allen Beteiligten hoch anzurechnen, dass es am Ende trotz all dieser Herausforderungen eine vollständig durchgeführte und sportlich ansprechende Saison wurde. Und für den Schachclub Viernheim war es von besonderer Bedeutung, sich gerade unter diesen schwierigen Umständen auf seine Sponsor, die Frankfurter Unternehmensberatung d-fine, ebenso verlassen zu können wie auf einige zusätzliche private Spender und die Arbeit seines Betreuerteams. Umso erfreulicher war es daher, dieses außergewöhnliche Engagement mit einer herausragenden Saison und dem sportlich bisher besten Ergebnis in der Vereinsgeschichte honorieren zu können.

Nicht vergessen werden sollen aber auch die zahlreichen anderen Viernheimer Schachfreunde und Unterstützer, inklusive der Stadt Viernheim, die bei den Heimwettkämpfen und auch bei vielen anderen Gelegenheiten zum guten Vereins- und Mannschaftsgeist beigetragen haben und diese Aktivitäten und Erfolge damit auch ermöglicht haben.

7 - Ausblick

Der Schachclub Viernheim geht dank der Unterstützung sowohl durch seinen Sponsor d.-fine, als auch durch einige private Spender, zuversichtlich in die neue Saison 2022/2023, die hoffentlich wieder unter etwas normaleren Randbedingungen stattfinden kann, wobei der Krieg in der Ukraine den Verein und seine Spieler sicherlich noch länger beschäftigen wird.

Für die neue Saison konnten auch einige Neuzugänge verpflichtet werden, wodurch die Südhessen im Kampf um den Titel des deutschen Meister den Abstand zum Seriengewinner OSG Baden-Baden hoffentlich noch etwas verkleinern können. Aber das werden dann die Wettkämpfe ab dem Oktober 2022 zeigen ...

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Das war es für 2021/2022 ... (Foto: Schachclub Viernheim)